Höher, schneller – aber nicht weiter – RB Bericht 28-02-2017 -Moers

Im Hochsprung scheiterte Lea Halmans ganz knapp an 1,80 Metern – war eigentlich schon drüber.

Sonsbeck. Doch bei den deutschen U20-Hallenmeisterschaften in der Leichtathletik in Sindelfingen überzeugen Lea Halmans und Jonas Hochstrate vom SV Sonsbeck trotzdem. Von Uwe Zak

Er ist in seiner Altersklasse der 21. schnellste 800-Meter-Läufer Deutschlands. Jonas Hochstrate hat sich bei den deutschen U20-Leichtathletik-Hallenmeisterschaften im Glaspalast in Sindelfingen in seinem ersten 800-Meter-Einzelrennen im nationalen Titelkampf jedenfalls tapfer geschlagen. Doch die 1:59,65 Minuten, die der Leichtathlet vom SV Sonsbeck für die vier Runden auf der 200-Meter-Bahn in seinem Vorlauf benötigte, reichten am Ende einfach nicht aus, um ins Finale einzuziehen. Allerdings hätte es auch bei Weitem nicht gereicht, wenn er seine Saisonbestleistung von 1:58,39 Minuten gelaufen wäre.

Denn aus den vier Vorläufen qualifizierten sich pro Lauf jeweils die vier Sieger sowie die vier Zeitschnellsten aus allen Läufen für das Finale. Und der Schnellste war der Wattenscheider Finn Merten mit 1:55,34 Minuten, der Achtschnellste der Vorläufe und damit der letzte Qualifikant wurde Jan Schmied aus Mainz in 1:56,69 Minuten. Und am Ende schnappte sich Constantin Schulz vom LC Cottbus in 1:51,14 Minuten den Titel. „Jonas hat ein tolles Rennen gelaufen“, freute sich auch der Sonsbecker Leichtathletik-Trainer Werner Riedel. Er weiß aber auch, dass es auf den kurzen, engen Bahnen in der Halle vor allem bei fehlender Erfahrung äußerst schwierig ist, zu bestehen.

Mit Lea Halmans hatte der SV Sonsbeck aber eine weitere Kandidatin im Wettbewerb. Und sie machte es spannend. Vor allem im Hochsprung. Die 1,78 Meter bedeuteten am Ende Platz sieben, weil sie bei den Kandidatinnen, die diese Höhe gemeistert hatten, mehr Fehlversuche hatte. Allerdings konnte sie auf ihre Saisonbestleistung von 1,76 Metern zwei Zentimeter draufpacken – und schaffte damit gleichzeitig eine für sie neue persönliche Hallen-Bestleistung.

Die neue deutsche Meisterin Mareike Max vom SV Werder Bremen ist mit ihrer Siegerhöhe von 1,82 Metern für Lea Halmans durchaus in Schlagdistanz. Vier Zentimeter fehlten nur. „Bei ihrem zweiten Sprung über ein Meter 80 hab ich bereits schon gejubelt, und dann ist die Latte doch noch gefallen“, spricht Riedel von seiner Anspannung. „Ich weiß gar nicht wieso, sie war eigentlich schon drüber. Das war ein schöner Sprung.“ Nach den 1,69 Meter im Januar in Dortmund lässt sich aber nun eine tolle Steigerung erkennen.

Doch wie im Vorfeld bereits moniert, stellte sich der Zeitplan der Titelkämpfe in Sindelfingen für die Sonsbecker Mehrkämpferin als äußerst schwierig dar. Denn die Startzeit von 10.30 Uhr für das Hochsprungfinale mit 15 Teilnehmerinnen kollidierte wie erwartet mit dem Endkampf im Weitsprung. Lea Halmans war gerade mit dem Hochsprung fertig, da musste sie schon rüber Richtung Sandgrube. „Wir konnten nicht mehr vernünftig den Anlauf ausmessen“, haderte deshalb auch Riedel mit der Organisation.

So wurde die Sonsbeckerin mit für sie indiskutablen 5,38 Meter auch Letzte – in diesem Sprung musste sie bei der Landung mit einer Hand leider hinter sich greifen. Ihre Saisonbestleistung steht bei 5,86 Meter. „Und bei ihrem letzten von den drei Sprüngen hat Lea noch einmal alles versucht, ist volles Risiko gegangen“, beschreibt Riedel das Kämpferherz seiner Athletin. „Und der hätte mit Sicherheit zum Finaleinzug gereicht. Doch sie war einen Zentimeter übergetreten“, sagte Werner Riedel anschließend.

Der freute sich aber auch darüber, dass das Knie gehalten hatte, das sich Lea Halmans vor knapp vier Wochen bei den NRW-Meisterschaften beim Weitsprung verletzt hatte. „Wir haben ja gar kein richtiges Training mehr gemacht“, so der Coach, „wir haben das Knie nur getapt und ruhen lassen. Das hat gut geklappt.“

Er versichert, dass am Ende der gesamte Sonsbecker Tross absolut zufrieden von der DM zurück an den Niederrhein gefahren war. Auch wenn es nicht für einen Titel gereicht hatte. Diesmal.

Quelle: RP
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